DRK-Kiel e.V.

Hochwasserrettung

Hochwassergruppe

Die Hochwassergruppe Kiel gehört zu den Gruppen in Schleswig-Holstein, welche die praktischen und theoretischen Ausbildungen absolviert haben, um zukünftig im Einsatz tätig sein zu können. Der Gruppe gehören 3 Frauen und 15 Männer an. Sie alle sind ehrenamtlich bei der DRK - Wasserwacht Kiel tätig und haben bereits verschiedene Fachdienstausbildungen, wie Funk- oder Sanitätsausbildungen absolviert.

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Hochwassereinsatz 2013

Foto: Kieler Nachrichten

Am Mittwoch, den 05.06.2013 wurde der Hochwasserrettungszug des DRK LV SH wegen der Lagemeldung aus Lauenburg in Alarmbereitschaft versetzt. Es erfolgte die Verlegung vom Einsatz- und Logistikzentrum des DRK LV SH in Schwentinental zur Bootshalle der Wasserwacht in Kiel. Dort wurde das Material überprüft und für den Einsatz klargemacht. Zusätzlich hat die Wasserwacht Kiel ihr für Flachwassergeeignetes Schlauchboot nebst Material in einen LKW des LV SH verlastet und das Motorrettungsboot Rescue 6 für den Einsatz im Strömungsgewässer fertiggemacht.

Am Freitag, den 07.06.2013 wurde das Material mit 10 Einsatzkräften nach Schwarzenbek  verlegt.

Am Samstag wurden wir um 22:00 Uhr alarmierte  und am Sonntag früh um  07:00 Uhr ging es dann in Richtung Lauenburg los. Wir trafen dann beim Ortsverein in Schwarzenbek ein und bekamen eine erste Lagebesprechung. Am Nachmittag trafen wir uns mit Einheiten der DLRG und fuhren gemeinsam in Kolonne mit Blaulicht nach Lauenburg. Dort trafen wir auf dem Bereitstellungsraum Schüsselteich ein. Nach Anmeldung bei der TEL ging es für die Helfer zunächst freiwillig zum Impfen wo eine Grundimmunisierung gegen Tetanus und Hepatitis A vorgenommen wurde. Danach wurden wir zunächst in den Stützpunkt in der Hafenstraße in Lauenburg verlegt und bauten einen Bereitschaftsdienst auf. Zu diesem gehörte zusätzlich die Absicherung der Einsatzkräfte in der Lauenburger Altstadt welche mit dem Abpumpen des Wassers aus der Kanalisation beschäftigt waren damit das Abwasser nicht in die Häuser austritt. Dort wurde unseren Helfern eine bewegende Ehre zu teil, denn der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein Torsten  Albig machte sich ein Bild von der Lage in Lauenburg  und erkundigte sich auch persönlich bei uns Wasserwächtlern nach dem Befinden und interessierte sich sehr für unsere Tätigkeiten. Zudem bekamen wir dadurch die Möglichkeit die Arbeit der Wasserwacht in überregional und deutschlandweit ausgestrahlten Medien wie ARD,ZDF, RTL,Sat1, usw. zu erläuten.

Am Montag Nachmittag wurde vom Katastrophenschutzstab des Kreises Herzogtum Lauenburg der Wasserrettungszug des Kreises Pinneberg über das Innenministerium in Kiel angefordert, weil sich die Bedrohungslage im Lauenburger Industriegebiet durch den steigenden Elbpegel verschärfte. Bei einem Elbpegel von 9m und einem möglichem Deichbruch wäre das Gebiet bis zu 3m hoch überflutet worden. Ein mögliches Gefahrenpotential stellten die Betriebsmittel, Roh-und Fertigwaren der ansässigen Unternehmen dar. So gibt es dort zum Beispiel eine große Wäscherei mit erheblichen Mengen Salzsäure und einen Lack-und Farbenhersteller. Eine weitere Aufgabe war die Absicherung des Deichverteidigungszuges bestehend aus Komponenten von THW und Feuerwehr nebst Sanitätsgruppe am Klärwerk im Industriegebiet. Dieser Zustand hielt bis zum Montag, den 16.06.2013 an. Einsatztaktisch wurde der Hochwasserrettungszug des DRK LV SH mit dem Wasserrettungszug des Kreises Pinneberg zusammengelegt und bildete innerhalb dieser Einheit eine eigenständige Komponente mit den für den Flachwassereinsatz geeigneten Aluminiumbooten.

Geregelt haben wir unseren Dienst in 12 Stunden Schichten von 0-12 Uhr und 12-24 Uhr. Zusätzlich wurden Deichstreifendurchgeführt. Besonders beeindruckend waren für die Helfer des Hochwasserrettungszuges die tolle Zusammenarbeit und das Miteinander der unterschiedlichsten Einheiten des Katastrophenschutzes. Es zogen alle an einem Strang!

Im Einsatz befanden sich Helferaus den Wasserwachten Schwarzenbek, Lübeck und Kiel.

Eingesetztes Material:

  • Hochwasserrettungszug des DRK LV SH mit drei Flachwasser geeigneten Aluminiumbooten zuzüglich die vollständige Ausrüstung auf dem Zugfahrzeug.
  • Motorrettungsboot des DRK OV Schwarzenbek
  • Hochwasserrettungsboot des DRK OV Schwarzenbek
  • Motorrettungsboot der Wasserwacht Kiel
  • Schlauchboot 5,20m derWasserwacht Kiel
  • Diverses Rettungsmaterial und Wasserrettungsausstattung
  • MTW Wasserwacht Kiel
  • MTW des Einsatz- und Logistikzentrums
  • Zugfahrzeug Toyota Pick Up zum Einsatz in unwegsamen Gelände
  • LKW des Einsatz- und Logistikzentrums

Hochwassereinsatz 2011

Foto: T.Rathje
Foto: T.Rathje
Foto: T.Rathje
Foto: T.Rathje
Foto: T.Rathje

Dienstag, 18.01.2011 gegen Mittag. Die erste Information wird per E-Mail an die Mitglieder der Wasserwacht Kiel verschickt.

„Am Wochenende könnte der Hochwasserrettungszug des DRK Landesverbandes Schleswig-Holstein zum Einsatz in Lauenburg kommen. Dem Präsidenten des Landesverbandes liegt eine Anfrage des KatZentrums aus Lauenburg vor. Eine Entscheidung über den Einsatz steht kurz bevor. Das Elbhochwasser steigt beständig an. Am Wochenende wird die kritische Marke von 9,20 m erreicht oder überschritten werden. Welche Wasserwachtler aus Kiel haben am Wochenende Zeit mit in den Einsatz zu fahren?“

Beim stellvertretenden Leiter der Wasserwacht Kiel, Rajko Wengel, laufen Laptop und Handy heiß. Ein Freiwilliger nach dem anderen meldet sich. Schnell sind genug Leute als Bootsbesatzungen für Samstag und Sonntag und für die darauf folgende Woche gefunden.

Der Einsatzbefehl ist da. Am Freitag soll der Hochwasserrettungszug nach Lauenburg verlegt werden. Per E-Mail werden die Einsatzlisten für das Wochenende umverteilt. Am Freitagnachmittag macht sich das Vorauskommando mit den Booten, voll beladenem Zugfahrzeug und einem LKW auf nach Lauenburg.

Dort angekommen werden der Anhänger mit den Booten, das Zugfahrzeug und der LKW mit dem zugehörigen Material auf dem Hof des Lauenburger KatS-Zentrums bereit gestellt, falls ein Einsatz wegen des stetig steigenden Wassers notwendig wird.

Die Helfer der Wasserwacht Kiel werden vom Rotkreuzbeauftragten Lars Frank und dem Kreisgeschäftsführer Herrn Turowski freundlich empfangen.

Es wird beschlossen 3 Wasserwacht-Helfer über Nacht vor Ort zu lassen, um zu gewährleisten, dass im Notfall die Boote  mit einer ausgebildeten Besatzung für einen eventuellen Einsatz besetzen werden können.

Wer jetzt denkt, dass sich die 3 Helfer auf die „faule Haut“ legen würden, irrt total. Nein, sie arbeiteten zusammen mit der Betreuungsgruppe aus Lauenburg in der Küche. Dies wurde im Tageslagebericht von der Einsatzleitung in Lauenburg sehr lobend erwähnt. Die anderen Helfer fuhren am Abend wieder nach Kiel zurück.

Am Samstag brachen wir dann mit 14 Personen, Material und zwei Fahrzeugen nach Lauenburg auf.

Nach der Begrüßung, ging es zur Begutachtung der Lage in die Altstadt von Lauenburg. Wir machten uns zu Fuß auf und erreichten nach einem kleinen Marsch das Überschwemmungsgebiet. Alle waren sehr erstaunt, wie hoch das Elbwasser inzwischen angestiegen war. In sämtlichen kleinen Twieten stand das Wasser bis zu den Sandsackbarrieren. Auf der Elbpromenade und am Elbufer schauten nur noch die Spitzen einiger Schildermasten aus den braunen Fluten hervor. An der elbzugewandten Seite der alten Fachwerkhäuser schwappten den Wellen bis an die Fenster im Erdgeschoss der Häuser.

Auf den Straßen der Altstadt waren viele Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, THW, DLRG und DRK zu sehen. Überall lagen Schläuche und wurde Wasser aus Kellern und Gullys gepumpt. Und das Wasser stieg immer noch beständig. Am Samstagabend waren schon 8,87 m erreicht.

Am Abend blieben wieder 8 Helfer der Wasserwacht vor Ort, um im Notfall schnell die Hochwasserrettungsboote zum Einsatz zu bringen. Alle anderen fuhren zurück nach Kiel.

Auch am Sonntag sowie am Montag und Dienstag war die Kieler Wasserwacht mit 4 ehrenamtlichen Helfern und Hochwasserrettungsbooten in Lauenburg vor Ort um im Notfall schnell helfen zu können. Die Einsatzleitung bedankte sich herzlich für die professionelle Hilfe aus Kiel. Glücklicherweise hielten die Deiche und Sandsackwälle und die Hochwasserrettungsboote konnten unbenutzt wieder nach Kiel-Schwentinental zum Hilfszug zurück gebracht werden.

(bu)